Welche giftigen Pflanzen für Katzen und Hunde stehen in vielen Wohnungen? Viele beliebte Zimmerpflanzen sind mehr oder weniger giftig, darunter Monstera, Philodendron, Alocasia, Drachenbaum (Dracaena), Ficus, Zamioculcas, Bogenhanf (Sansevieria), Aloe und das Einblatt (Spathiphyllum). Meist führt Knabbern an so einer Pflanze zu Reizungen im Maul, Speicheln oder Erbrechen. Lilien sind die große Ausnahme: Für Katzen sind sie sehr gefährlich, auch in kleinen Mengen.
Möchtest du Pflanzen und Haustiere kombinieren, wählst du am einfachsten Arten, die als ungiftig bekannt sind, etwa die Kentia-Palme, die Goldfruchtpalme, Calathea, die Glückskastanie und den Elefantenfuß. Unten liest du, warum manche Pflanzen giftig sind, welche Zimmerpflanzen du besser außer Reichweite stellst, welche großen Pflanzen sicher für Katzen und Hunde sind und was du tust, wenn dein Haustier doch an einer Pflanze geknabbert hat. Eine Übersicht passender Pflanzen findest du in unserer Kollektion tierfreundliche Zimmerpflanzen.
Warum sind manche Pflanzen giftig für Katzen und Hunde?
Pflanzen können nicht weglaufen. Damit sie nicht gefressen werden, bilden viele Arten Stoffe, die Tiere abschrecken. Bei deiner Katze oder deinem Hund wirkt das genauso: Ein Bissen vom Blatt schmeckt schlecht, sticht oder macht übel. Es gibt drei Gruppen von Stoffen, die dir bei Zimmerpflanzen am häufigsten begegnen.
Calciumoxalatkristalle
Pflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse, wie Monstera, Philodendron, Alocasia, Efeutute (Epipremnum), Zamioculcas und Einblatt, enthalten kleine, nadelförmige Kristalle aus Calciumoxalat. Kaut ein Tier auf dem Blatt oder dem Stiel, werden diese Kristalle frei und stechen in Maul, Zunge und Rachen. Das verursacht ein brennendes Gefühl. Du siehst dann oft Speicheln, Kratzen mit der Pfote am Maul, Schluckbeschwerden oder Erbrechen. Weil es sofort wehtut, hören die meisten Tiere schnell auf zu fressen.
Saponine
Saponine sind seifenartige Stoffe, die unter anderem in Drachenbaum, Bogenhanf, Yucca und Aloe vorkommen. Sie reizen vor allem den Magen-Darm-Trakt. Nach dem Fressen eines Blattstücks kann eine Katze oder ein Hund erbrechen, speicheln, weniger fressen oder Durchfall bekommen.
Milchsaft
Ficus-Arten wie die Birkenfeige (Ficus benjamina) und der Gummibaum (Ficus elastica) enthalten einen weißen Milchsaft, der austritt, wenn ein Blatt oder Zweig beschädigt wird. Dieser Saft kann Maul, Magen und manchmal auch die Haut reizen. Auch hier geht es meist um Speicheln, Erbrechen oder ein gereiztes Maul.
Giftige Pflanzen für Katzen: Vorsicht vor allem bei Lilien
Bei giftigen Pflanzen für Katzen sticht eine Gruppe heraus: echte Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis). Für Katzen sind diese Pflanzen sehr gefährlich. Alle Teile sind giftig, also auch die Blüten, der Blütenstaub und das Wasser in der Vase. Eine Katze, die Blütenstaub aus ihrem Fell leckt, kann davon schon krank werden. Lilien können bei Katzen die Nieren schwer schädigen. Hast du eine Katze, ist es sinnvoll, gar keine Lilien im Haus zu haben, auch nicht in einem Blumenstrauß.
Katzen sind wählerischer als Hunde, knabbern aber gern an langen, dünnen Blättern und an Pflanzen, die sich bewegen. Palmenartige Blätter und Gräser ziehen sie besonders an. Das ist ein Grund, bei Katzen Pflanzen zu wählen, von denen du weißt, dass sie keinen Schaden anrichten, statt zu hoffen, dass die Katze die Pflanze in Ruhe lässt.
Zimmerpflanzen, die für Hunde giftig sind
Hunde fressen seltener gezielt Pflanzen, aber junge Hunde kauen auf allem herum, was sie finden. Sie ziehen auch leichter eine ganze Pflanze aus dem Topf oder graben in der Blumenerde. Die meisten Zimmerpflanzen, die für Katzen giftig sind, sind es auch für Hunde. Achte bei Hunden besonders auf den Palmfarn (Cycas revoluta). Das ist keine echte Palme, und vor allem die Samen sind für Hunde sehr giftig. Stell diese Pflanze nie an einen Platz, an den ein Hund herankommt. Achte auch auf Zwiebeln und Knollen, etwa von Tulpen und Narzissen, die Hunde manchmal aus der Erde oder einem Topf graben.
Übersicht: häufige giftige Zimmerpflanzen
Die Liste unten ist nicht vollständig, enthält aber die Zimmerpflanzen, die man in Wohnungen am häufigsten sieht. Die Beschwerden sind die häufigsten. Wie schwer es wird, hängt von der Pflanze, der Menge und der Größe deines Tieres ab.
- Lilie (Lilium) und Taglilie: sehr gefährlich für Katzen, auch Blütenstaub und Vasenwasser. Immer sofort den Tierarzt anrufen.
- Palmfarn (Cycas revoluta): sehr giftig für Hunde und Katzen, vor allem die Samen. Immer sofort den Tierarzt anrufen.
- Monstera: Calciumoxalat. Reizung von Maul und Rachen, Speicheln, manchmal Erbrechen. Zu dieser Pflanze haben wir einen eigenen Artikel geschrieben: ist die Monstera giftig für Katzen.
- Philodendron und Efeutute (Epipremnum): Calciumoxalat. Schmerzendes Maul, Speicheln, Erbrechen.
- Alocasia: Calciumoxalat. Brennendes Maul, Speicheln, Schwellung von Lippen oder Zunge.
- Spathiphyllum (Einblatt): Calciumoxalat. Reizung des Mauls und Speicheln.
- Zamioculcas: Calciumoxalat. Reizung des Mauls, Erbrechen.
- Dracaena (Drachenbaum): Saponine. Erbrechen, Speicheln, weniger Appetit.
- Bogenhanf, Yucca und Aloe: Saponine. Erbrechen und Durchfall.
- Ficus: Milchsaft. Reizung von Maul, Magen und manchmal Haut.
- Strelitzie (Paradiesvogelblume): Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen.
- Schefflera (Strahlenaralie): Calciumoxalat und Saponine. Reizung des Mauls, Erbrechen.
Hast du eine dieser Pflanzen schon im Haus, musst du sie nicht sofort weggeben. Viele Katzen und Hunde lassen Pflanzen einfach stehen. Stell die Pflanze aber an einen Platz, an den dein Tier nicht herankommt, und behalte im Blick, ob Blätter angefressen sind.
Tierfreundliche Zimmerpflanzen: sichere große Pflanzen
Zum Glück gibt es genug Pflanzen, die nicht giftig für Katzen und Hunde sind. Auch in großen Formaten. Das heißt nicht, dass dein Tier unbegrenzt davon fressen darf: Ein Bauch voller Blätter kann immer mal zu Erbrechen führen. Aber bei diesen Arten musst du dir keine Sorgen über giftige Stoffe machen. In unserer Kollektion Pflanzen, die sicher für Katzen und Hunde sind findest du sie zusammen.
Palmen
Die Kentia-Palme (Howea forsteriana), die Goldfruchtpalme (Dypsis lutescens), die Licuala und die Steckenpalme (Rhapis excelsa) sind nicht giftig für Katzen und Hunde. Sie passen gut ins Wohnzimmer und vertragen einen Platz mit indirektem Licht. Eine große Kentia-Palme, 220 cm hoch, im Topf mit ø38 cm ist eine gute Wahl, wenn du eine hohe Pflanze für einen Platz ohne direkte Sonne suchst. Die Areca-Palme (Dypsis lutescens, Goldfruchtpalme) 140 cm hoch, Topf ø24 cm hat feineres, leichteres Laub und möchte etwas mehr Licht. Für eine schattigere Ecke eignet sich die Rhapis excelsa (Steckenpalme) 190 cm hoch, Topf ø34 cm. Achtung: Katzen finden die langen, wippenden Blätter von Palmen manchmal interessant zum Knabbern. Das ist nicht giftig, aber die Pflanze sieht dann weniger schön aus.
Calathea, Ctenanthe und Maranta
Die bekannten Korbmaranten (Calathea), Ctenanthe und die Pfeilwurz (Maranta, auch Gebetspflanze genannt) sind nicht giftig für Haustiere. Sie haben gemusterte Blätter und mögen einen hellen Platz ohne grelle Sonne und eine gleichmäßig feuchte Blumenerde. Ein größeres Exemplar ist die Ctenanthe oppenheimiana 130 cm hoch, Topf ø27 cm, die auch in einem etwas dunkleren Zimmer gut steht.
Glückskastanie, Elefantenfuß und Zimmeresche
Die Glückskastanie (Pachira) hat einen geflochtenen Stamm und handförmige Blätter und ist nicht giftig für Katzen und Hunde. Die Pachira aquatica, 170 cm hoch, im Topf mit ø27 cm ist ein stattlicher Baum für ein helles Zimmer. Der Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) mit seinem dicken Stamm und langen, schmalen Blättern gilt ebenfalls als sicher für Haustiere und möchte viel Licht, wie der Beaucarnea (Elefantenfuß) Stamm 120 cm hoch, Topf ø32 cm. Die Zimmeresche (Radermachera) ist eine dritte Option mit feinem, glänzendem Laub.
Bananenpflanze und Olivenbaum
Die Bananenpflanze (Musa) und der Olivenbaum (Olea europaea) sind ebenfalls nicht giftig für Katzen und Hunde. Die Bananenpflanze wächst schnell und möchte einen warmen, hellen Platz. Der Olivenbaum steht am liebsten draußen in der Sonne, auf einer Terrasse oder einem Balkon, und kann auch in einem sehr hellen Raum drinnen stehen.
Kleinere sichere Pflanzen
Suchst du auch etwas für eine Fensterbank oder einen Tisch, sind Peperomia und Pilea (Ufopflanze) sichere Optionen. Sie bleiben klein und sind leicht zu pflegen.
Was tun, wenn deine Katze oder dein Hund an einer Pflanze geknabbert hat
Hat dein Haustier von einer Pflanze gefressen, bei der du nicht sicher weißt, ob sie giftig ist, nimm Kontakt mit deinem Tierarzt auf. Tu das auch, wenn dein Tier noch keine Beschwerden hat. Bei Lilien und dem Palmfarn rufst du immer sofort an, denn dort kann es wichtig sein, schnell zu handeln.
Gib beim Anruf diese Informationen durch:
- Den Namen der Pflanze. Kennst du ihn nicht, mach ein Foto oder nimm ein Blatt oder das Pflanzenetikett mit.
- Wie viel dein Tier ungefähr gefressen hat und welchen Teil: Blatt, Stiel, Blüte, Zwiebel oder Samen.
- Wann es passiert ist und welche Beschwerden du siehst, etwa Speicheln, Erbrechen, Mattigkeit oder weniger Fressen.
- Gewicht und Alter deiner Katze oder deines Hundes.
Versuch nicht, dein Tier selbst zum Erbrechen zu bringen, und gib keine Milch, kein Öl und keine anderen Mittel aus dem Internet. Das kann mehr schaden als nützen. Folge dem Rat des Tierarztes. Entferne aber Pflanzenreste aus dem Maul, wenn das gefahrlos geht, und stell die Pflanze sofort außer Reichweite.
Tipps, um Pflanzen außer Reichweite von Haustieren zu halten
Auch mit tierfreundlichen Pflanzen ist es praktisch, deine Pflanzen so aufzustellen, dass deine Katze oder dein Hund nicht zu viel an sie herankommt. Das ist gut für dein Tier und für die Pflanze.
- Stell giftige Pflanzen hoch oder in einen abgeschlossenen Raum. Denk an ein Zimmer, in das dein Haustier nicht kommt. Bedenke, dass Katzen gut springen und klettern, ein Schrank oder eine Fensterbank ist für eine Katze also längst nicht immer außer Reichweite.
- Verwende Hängetöpfe für kleinere Pflanzen, an einem Platz, an den deine Katze nicht von einem Schrank aus herankommt.
- Wähle schwere, stabile Töpfe für große Pflanzen, damit ein spielender Hund oder eine kletternde Katze die Pflanze nicht umreißt.
- Deck die Blumenerde ab mit grobem Kies oder einem Gitter, wenn deine Katze den Topf als Katzenklo benutzt oder dein Hund gräbt.
- Gib deiner Katze Katzengras. Viele Katzen knabbern an Pflanzen, weil sie gern etwas Grünes kauen. Mit einer eigenen Schale Katzengras lassen sie andere Pflanzen öfter stehen.
- Räum abgefallene Blätter und Blüten weg, vor allem von giftigen Pflanzen. Tiere spielen gern damit.
- Achte auf Blumensträuße. Schnittblumen wie Lilien bekommt man oft geschenkt. Stell sie nicht ins Haus, wenn du eine Katze hast.
Für Katzen ungiftige Zimmerpflanzen wählen
Beim Kauf neuer Zimmerpflanzen, die sicher für Katzen und Hunde sind, schaust du zuerst auf die Art und erst danach auf die Form. Manche Pflanzen sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber in ihrer Giftigkeit. So ist die Kentia-Palme nicht giftig, der Palmfarn dagegen schon. Bist du dir bei einer Pflanze unsicher, prüfe den botanischen Namen auf dem Etikett. Weißt du nicht genau, welche Pflanze zu deinem Raum passt, hilft dir der Pflanzenberater weiter. Hast du Fragen zu einer Pflanze, der es nicht gut geht, kannst du dich an den Pflanzendoktor wenden.
Möchtest du ohne Sorgen Pflanzen im Haus haben, wenn du eine Katze oder einen Hund hast, schau in unsere Kollektion tierfreundliche Pflanzen. Dort findest du Palmen, Calatheas, Glückskastanien und andere große Pflanzen, die du ruhig neben dein Haustier stellen kannst.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen sind für Katzen am giftigsten?
Lilien (Lilium) und Taglilien sind für Katzen am gefährlichsten. Auch der Palmfarn (Cycas revoluta) ist sehr giftig. Bei diesen Pflanzen rufst du immer sofort den Tierarzt an, auch wenn deine Katze noch keine Beschwerden hat.
Welche Pflanzen sind giftig für Katzen?
Viele bekannte Zimmerpflanzen sind giftig für Katzen, etwa Monstera, Philodendron, Alocasia, Drachenbaum, Ficus, Zamioculcas, Bogenhanf, Aloe und das Einblatt. Meist führt das zu Reizungen im Maul, Speicheln oder Erbrechen. Lilien sind für Katzen sehr gefährlich, auch der Blütenstaub und das Vasenwasser.
Welche Zimmerpflanzen sind ungiftig für Katzen und Hunde?
Palmen wie Kentia, Goldfruchtpalme, Licuala und Steckenpalme sind nicht giftig für Katzen und Hunde. Auch Calathea, Ctenanthe, Maranta, Glückskastanie, Elefantenfuß, Peperomia und Pilea sind sichere Optionen.
Ist die Monstera giftig für Katzen und Hunde?
Ja, die Monstera enthält Calciumoxalatkristalle. Kaut ein Tier auf dem Blatt, führt das zu einem brennenden Gefühl im Maul, Speicheln und manchmal Erbrechen. Stell die Pflanze deshalb außer Reichweite deines Haustiers.
Was tun, wenn meine Katze eine Pflanze gefressen hat?
Ruf deinen Tierarzt an und nenne den Namen der Pflanze, die Menge und den Zeitpunkt. Bring deine Katze nicht selbst zum Erbrechen und gib keine Hausmittel. Bei Lilien rufst du immer sofort an, auch wenn deine Katze noch keine Beschwerden hat.
Sind Palmen giftig für Haustiere?
Die meisten Zimmerpalmen, wie Kentia, Goldfruchtpalme und Steckenpalme, sind nicht giftig für Katzen und Hunde. Eine Ausnahme ist der Palmfarn (Cycas revoluta). Das ist keine echte Palme, und er ist sehr giftig für Hunde und Katzen.

