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Philodendron pflegen: der komplette Ratgeber für eine gesunde, üppige Pflanze

Der Philodendron ist eine der beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt, und das nicht ohne Grund. Diese Pflanze ist dankbar, nachsichtig und wächst so zügig, dass man ihr fast beim Wachsen zusehen kann. Ob Sie sich für einen zierlichen Kletterer mit herzförmigen Blättchen oder eine stattliche, strauchförmige Art mit riesigen eingeschnittenen Blättern entscheiden: Es gibt immer einen Philodendron, der zu Ihrem Interieur passt. In diesem Ratgeber lesen Sie alles, was Sie brauchen, um Ihre Pflanze jahrelang gesund und üppig zu halten.

Philodendron in Kürze

Wenig Zeit? Das sind die wichtigsten Pflegepunkte auf einen Blick:

  • Licht: helles, indirektes Licht. Keine grelle Mittagssonne; Halbschatten verträgt er zwar, wächst dann aber langsamer.
  • Wasser: Lassen Sie die obersten 2 bis 3 cm Erde abtrocknen, bevor Sie erneut gießen. Lieber etwas zu trocken als zu nass.
  • Standort: warmer, zugfreier Platz zwischen 18 und 24 °C, am liebsten mit etwas Luftfeuchtigkeit.
  • Giftig: ja, für Katzen und Hunde. Halten Sie die Pflanze außerhalb der Reichweite knabbernder Haustiere.

Über den Philodendron und seine Herkunft

Der Philodendron gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Sein Name sagt eigentlich alles über sein Wesen: Das griechische philo bedeutet "lieben" und dendron bedeutet "Baum". Viele Arten klettern in ihrer natürlichen Umgebung nämlich mit ihren Luftwurzeln an Baumstämmen empor, auf der Suche nach Licht.

Diese tropische Herkunft erklärt genau, was die Pflanze mag: Wärme, Feuchtigkeit und helles Licht, das durch das Blätterdach gefiltert wird. Übertragen auf Ihr Wohnzimmer verstehen Sie sofort, warum sich ein Philodendron an einem hellen Platz außerhalb der prallen Sonne wohlfühlt. Es ist eine schnellwachsende, dankbare Pflanze, die auch Anfänger selten im Stich lässt, und genau deshalb ist sie als große Zimmerpflanze so beliebt.

Kletternder versus strauchförmiger Philodendron

Innerhalb der Gattung Philodendron unterscheidet man grob zwei Wuchsformen, und dieser Unterschied bestimmt zu einem großen Teil, wie Sie die Pflanze pflegen und platzieren.

Kletternde Arten

Kletternde Philodendren wie der Philodendron scandens (auch hederaceum) und der bunte Philodendron 'Brasil' bilden lange Ranken mit Luftwurzeln. Diese Arten wollen etwas, an dem sie hochwachsen können. Geben Sie ihnen einen Moosstab, haken sich die Luftwurzeln darin fest und die Blätter werden spürbar größer. Lassen Sie sie hängen, etwa von einem hohen Regal, entsteht eine zierliche fallende Ranke.

Strauchförmige Arten

Nicht kletternde oder strauchförmige Arten wie der Philodendron selloum (heute bipinnatifidum) und der kompakte Philodendron 'Xanadu' wachsen dagegen breit aus einem zentralen Herzen heraus. Sie brauchen keine Stütze und bilden volle, strauchartige Pflanzen mit tief eingeschnittenen Blättern. Diese Arten sind ideal als freistehender Blickfang auf dem Boden. Möchten Sie so eine üppige Erscheinung im Haus, dann schauen Sie sich unsere Kollektion große Philodendren an.

Licht und Standort

Der Philodendron mag am liebsten helles, indirektes Licht. Ein Platz an einem Ost- oder Nordfenster ist oft ideal, ebenso wie ein paar Meter von einem Süd- oder Westfenster entfernt. Vermeiden Sie grelle Mittagssonne auf den Blättern, denn sie kann Verbrennungen und hässliche braune Flecken verursachen.

Steht Ihre Pflanze im Halbschatten? Das überlebt sie problemlos, aber Sie merken, dass das Wachstum langsamer verläuft und kletternde Arten größere Abstände zwischen den Blättern bilden. Bei bunten Arten wie der 'Brasil' oder der Pink Princess gilt außerdem: je mehr Licht (innerhalb der Grenzen des Indirekten), desto besser bleibt die Zeichnung erhalten. Zu wenig Licht lässt die bunten Partien zu Grün verblassen.

Stellen Sie die Pflanze an einen warmen, zugfreien Platz. Temperaturen zwischen 18 und 24 °C sind perfekt. Halten Sie sie fern von kalten Zuglöchern und vom heißen Luftstrom einer Heizung oder Klimaanlage.

Gießen

Gießen ist beim Philodendron die wichtigste Fertigkeit, die man beherrschen sollte, denn die meisten Probleme entstehen durch zu viel Wasser. Die Faustregel ist einfach: Lassen Sie die obersten 2 bis 3 cm der Erde abtrocknen, bevor Sie erneut gießen. Stecken Sie einfach den Finger in die Erde, um zu fühlen, ob es Zeit ist.

  • In der Wachstumszeit (Frühjahr und Sommer) gießen Sie durchschnittlich einmal pro Woche.
  • Im Herbst und Winter wächst die Pflanze langsamer und braucht weniger, oft reicht einmal alle zehn bis vierzehn Tage.
  • Sorgen Sie immer für einen Topf mit Abzugslöchern und gießen Sie überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer weg. Ein Philodendron darf nie mit seinen Wurzeln im Wasser stehen.

Gelbe Blätter sind meist das erste Signal dafür, dass Sie es mit der Gießkanne zu gut meinen. Lassen Sie die Erde in dem Fall kräftig abtrocknen, bevor Sie wieder gießen. Lauwarmes Wasser auf Zimmertemperatur ist am angenehmsten.

Luftfeuchtigkeit

Als tropische Pflanze mag der Philodendron eine mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit. In den meisten Wohnzimmern kommt er gut zurecht, aber im Winter, wenn die Heizung die Luft austrocknet, freut er sich über etwas Unterstützung. Die Luftfeuchtigkeit erhöhen Sie einfach, indem Sie:

  • Die Blätter ab und zu mit lauwarmem Wasser besprühen.
  • Den Topf auf eine Schale mit nassen Blähtonkugeln stellen (ohne dass der Topf im Wasser steht).
  • Die Pflanze mit anderen Zimmerpflanzen gruppieren, sodass sie zusammen ein feuchteres Mikroklima bilden.
  • Ihr einen Platz in einem feuchteren Raum geben, etwa in einem hellen Badezimmer.

Braune, trockene Blattspitzen sind oft ein Zeichen dafür, dass die Luft zu trocken ist. Etwas mehr Feuchtigkeit wirkt dann Wunder.

Nahrung und Düngen

Eine schnellwachsende Pflanze braucht Treibstoff. Geben Sie Ihrem Philodendron in der Wachstumszeit, etwa von April bis September, alle zwei bis vier Wochen flüssige Zimmerpflanzennahrung über das Gießwasser. Halten Sie sich an die Dosierung auf der Verpackung und geben Sie lieber etwas weniger als zu viel, denn zu viel Dünger kann die Wurzeln verbrennen und braune Blattränder verursachen.

Im Herbst und Winter ruht die Pflanze, dann stellen Sie das Düngen ein. Ab dem frühen Frühjahr, wenn Sie wieder neues Blatt erscheinen sehen, nehmen Sie den Rhythmus wieder auf.

Umtopfen und der Moosstab

Einen Philodendron topfen Sie im Schnitt alle ein bis zwei Jahre um, am liebsten im Frühjahr. Zeit zum Umtopfen ist es, wenn die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder die Pflanze ihren Topf vollständig durchwurzelt hat. Wählen Sie einen Topf, der etwa 2 bis 3 cm weiter ist als der alte, und verwenden Sie luftige Zimmerpflanzenerde, eventuell angereichert mit etwas Perlit für zusätzliche Drainage.

Einen Moosstab setzen, Schritt für Schritt

Haben Sie eine kletternde Art, ist ein Moosstab die beste Investition, die Sie tätigen können. Die Luftwurzeln haften daran und die Pflanze bildet größere, vollere Blätter. So gehen Sie vor:

  • Schritt 1: Wählen Sie einen Moosstab, der für die gewünschte Endhöhe lang genug ist, und legen Sie ihn bereit.
  • Schritt 2: Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und setzen Sie den Moosstab fest in die Mitte, so tief wie möglich an den Wurzelballen.
  • Schritt 3: Füllen Sie den Topf mit frischer Erde auf und drücken Sie diese rund um den Stab gut an, damit er stabil steht.
  • Schritt 4: Leiten Sie die Ranken vorsichtig am Stab entlang nach oben und befestigen Sie sie locker mit Pflanzenclips oder weichem Bindegarn.
  • Schritt 5: Halten Sie den Moosstab leicht feucht, indem Sie ihn ab und zu besprühen. Die Luftwurzeln wachsen dann von selbst hinein.

Schneiden und vermehren

Schneiden ist beim Philodendron nicht Pflicht, aber praktisch, um die Pflanze voll und in Form zu halten. Kürzen Sie zu lange oder kahle Ranken knapp über einem Blatt oder Knoten (der verdickten Stelle am Stiel). Die Pflanze verzweigt sich danach meist schön an dieser Stelle. Gelbe oder beschädigte Blätter können Sie ruhig sofort entfernen.

Das Schöne ist, dass Sie die abgeschnittenen Ranken kletternder Arten gleich verwenden können, um neue Pflanzen zu ziehen. Vermehren über Stecklinge geht so:

  • Schneiden Sie einen gesunden Stängel mit mindestens einem Knoten und ein paar Blättern ab.
  • Stellen Sie den Steckling in ein Glas Wasser an einen hellen Platz, außerhalb der prallen Sonne.
  • Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage. Nach zwei bis vier Wochen erscheinen die ersten Würzelchen.
  • Sind die Wurzeln ein paar Zentimeter lang, pflanzen Sie den Steckling vorsichtig in Erde und halten ihn die ersten Wochen etwas feuchter.

Tipp: Setzen Sie mehrere Stecklinge zusammen in einen Topf für eine vollere, üppigere Pflanze.

Häufige Probleme

Reagiert Ihr Philodendron nicht wie erhofft? Mit dieser Checkliste erkennen Sie das Problem schnell und wissen, was Sie dagegen tun können.

Gelbe Blätter

Ursache: meist zu viel Wasser. Die Erde bleibt zu lange nass und die Wurzeln bekommen keine Luft, mit auf Dauer Wurzelfäule als Folge. Lösung: Lassen Sie die obere Erdschicht gut abtrocknen, prüfen Sie, ob der Topf Abzugslöcher hat, und gießen Sie künftig erst wieder, wenn sich die Erde oben trocken anfühlt.

Braune Spitzen oder Ränder

Ursache: zu trockene Luft oder manchmal zu viel Dünger. Lösung: Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit durch Besprühen oder Gruppieren der Pflanzen und halten Sie sich beim Düngen an die empfohlene Dosierung.

Kleine Blätter und lange, kahle Stiele

Ursache: zu wenig Licht oder eine kletternde Art ohne Stütze. Lösung: Stellen Sie die Pflanze an einen helleren Platz mit hellem indirektem Licht und geben Sie kletternden Arten einen Moosstab, damit sie wieder größeres Blatt bilden.

Luftwurzeln entlang des Stängels

Ursache: Das ist kein Problem, sondern völlig natürlich. Luftwurzeln gehören zu kletternden Philodendren. Lösung: Leiten Sie sie zum Moosstab oder in die Erde, oder schneiden Sie sie weg, wenn sie Ihnen nicht gefallen. Der Pflanze schadet es nicht.

Ist der Philodendron giftig?

Ja, der Philodendron ist giftig für Katzen und Hunde und auch für Menschen nicht zum Verzehr geeignet. Die Pflanze enthält Calciumoxalatkristalle, die beim Kauen auf oder Verschlucken von Blattteilen Reizungen von Mund, Rachen und Magen verursachen können. Stellen Sie die Pflanze deshalb außerhalb der Reichweite knabbernder Haustiere und kleiner Kinder auf. Bekommen Sie beim Schneiden Pflanzensaft auf die Haut, waschen Sie danach kurz die Hände, denn bei empfindlicher Haut kann er leichte Reizungen geben.

Beliebte Philodendron-Arten

Die Gattung Philodendron zählt Hunderte von Arten, von bescheidenen Tischpflanzen bis zu imposanten Zimmerriesen. Dies sind einige der beliebtesten:

  • Philodendron scandens (hederaceum): der klassische Kletterer mit glänzenden, herzförmigen Blättern. Einfach, schnell und ideal für Anfänger.
  • Philodendron 'Brasil': eine bunte Variante des scandens, mit grünen Blättchen, die von innen limonengelb aufleuchten.
  • Philodendron 'Imperial Red': eine strauchförmige Art mit großen, glänzenden Blättern, die jung rotbraun austreiben und später dunkelgrün werden.
  • Philodendron 'Pink Princess': ein Sammlerliebling mit dunklen Blättern und auffälliger rosa Zeichnung, die bei ausreichend Licht am besten zur Geltung kommt.
  • Philodendron selloum (bipinnatifidum): ein stattlicher, strauchförmiger Riese mit riesigen, tief eingeschnittenen Blättern. Ein echter Blickfang als große Zimmerpflanze.
  • Philodendron 'Xanadu': kompakter und breit wachsend, mit schön gelappten Blättern. Perfekt, wenn Sie den Selloum-Look in einem kleineren Format möchten.

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Häufig gestellte Fragen zum Philodendron

Wie oft muss ich meinen Philodendron gießen?

Durchschnittlich einmal pro Woche im Frühjahr und Sommer und einmal alle zehn bis vierzehn Tage im Herbst und Winter. Nehmen Sie die obersten 2 bis 3 cm Erde als Richtlinie: Fühlt sie sich trocken an, dürfen Sie gießen.

Braucht ein Philodendron einen Moosstab?

Nur die kletternden Arten profitieren von einem Moosstab. Ihre Luftwurzeln haften daran und die Pflanze bildet größeres, volleres Blatt. Strauchförmige Arten wie 'Xanadu' und selloum brauchen keine Stütze.

Warum bekommt mein Philodendron gelbe Blätter?

Gelbe Blätter deuten meist auf zu viel Wasser hin. Lassen Sie die Erde gut abtrocknen, sorgen Sie für einen Topf mit Abzugslöchern und gießen Sie künftig erst wieder, wenn die obere Schicht trocken ist. Ein einzelnes gelbes unteres Blatt ab und zu ist einfach natürliche Alterung.

Ist der Philodendron giftig für mein Haustier?

Ja, die Pflanze ist wegen der Calciumoxalatkristalle giftig für Katzen und Hunde. Stellen Sie sie außerhalb der Reichweite von Tieren auf, die gern an Pflanzen knabbern.

Kann der Philodendron im Schatten stehen?

Er verträgt Halbschatten, wächst dann aber langsamer und bildet kleinere Blätter. Für das schönste Wachstum wählen Sie einen Platz mit hellem, indirektem Licht ohne grelle Mittagssonne.

Wie mache ich meinen Philodendron größer und voller?

Geben Sie ihm ausreichend Licht, einen Moosstab für kletternde Arten und in der Wachstumszeit regelmäßig Nahrung. Schneiden Sie lange Ranken zurück, um die Verzweigung anzuregen, und setzen Sie mehrere Stecklinge zusammen in einen Topf für ein volleres Ganzes.

Wie pflege ich die Blätter meines Philodendron?

Wischen Sie die Blätter hin und wieder mit einem feuchten Tuch ab, um Staub zu entfernen. Saubere Blätter fangen mehr Licht auf und die Pflanze atmet dadurch besser. Sehen Sie sich auch unser Angebot große Philodendren an, wenn Sie eine neue brauchen.

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